Zur deutschen Geschichte
 
Unter der Schellenkappe geschrieben: Vorwort
 
 

Schillers ξένιον 95
Deutschland? aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden,
Wo das gelehrte beginnt, hört das politische auf.

 
 

Deutschland, das Thema.

Zuletzt überarbeitet am 17.07.2017            

Der Großvater meines aus Pakistan stammenden Kollegen verglich Deutschland mit dem Phönix, dem sagenhaften Vogel, der immer wieder aufs Neue seiner eigenen Asche entsteigt. Tatsächlich ziert, die dem Feuer entlehnten deutschen Farben, der preußische Adler - wenn auch den Attributen seiner Macht, des Zepters und Reichsapfels beraubt.

So, wie der preußische Adler unerkannt auf der deutschen Fahne sein Dasein fristet, so durchzieht das Werk eines deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel [1] das Denken der Menschen im Alten Europa. Gegenstand der Hegelschen Philosophie ist der Geist, wie er aufbricht, sich erschafft um in sich selbst zurückzukehren.

Ihn zu erkennen bedarf es der Geschichte und der Voraussetzung, ihre Zeugnisse der Form und Bedeutung nach getrennt erleben zu können. Das Häuflein Asche des Phönix erst erlaubt es ihn bestimmen zu können, wobei der Phönix der der Asche zugesprochene Geist, abgrenzbar in Form physischer Existenz und Nichtexistenz, als solcher und eigentlicher wahrnehmbar ist.

Deutschland ist Wandel
der Staat verändert sich
und bleibt deshalb -
das Thema.

Von der Verantwortung.

Es gibt in der Welt eine Nation, die immer wieder vor die Frage nach den schrecklichen Ereignissen des II. Weltkrieges gestellt ist. Viele mögen das als Last empfinden und der eine oder andere fordert die Diskussion dieses Teils deutscher Geschichte mit einem Schlußstrich zu beenden. Beschäftigen wir uns aber mit dieser Geschichte so finden wir bei genauerer Betrachtung Anlässe destruktiven Handelns, die sich so ungebrochen auch in der Gegenwart wiederfinden. Es ist für die deutsche Nation von Vorteil und nicht zum Nachteil, die Stereotypen der Destruktivität herauszuarbeiten und sich ihrer bewußt zu werden.

Über die Ursachen des Zweiten Weltkrieges kommen die Historikern fast einmütig zum Schluß, Ursache des II. Weltkrieges sei der Erste Weltkrieg gewesen. Ohne die Ursachen des I. Weltkrieges zu kennen, worüber eben keine Einigkeit besteht, läßt sich nicht klären, ob der II. Weltkrieg nicht aus den selben Ursachen, wie der erste entstand. Aus marxistischer Sicht handelt es sich bei beiden Kriegen um imperialistische Kriege, ausgelöst durch das Streben um die Vorherrschaft über die Märkte. Eine solche Ursache würde den ersten wie den zweiten Weltkrieg begründen können. Mithin wäre der I. Weltkrieg nicht Ursache des II. Weltkrieges.

Von der Freiheit.

Betrachtet man Geschichte aus dem Wunsch, aufgrund der Geschichte zu lernen, stellt sich die Frage nach der Weise in der sich der Mensch über die Geschichte darstellt. Martin Heidegger spricht vom "Überstieg von der Existenz zur Ek-sistenz als dem Offenstehen für ein übergreifendes Sein, das als schicksalhafter Sinn- und Wirklichkeitsgrund in der Geschichte sich ent- und verbirgt" [3].

Umgekehrt ließe sich sagen, die Geschichte gibt die Wirklichkeit nur insoweit preis, wie es uns gelingt sie vorbehaltlos anzunehmen.

Ein wesentliches Kennzeichen der Entwicklung des Menschen ist die Entfremdung des Menschen, der Verlust unmittelbarer Natur. Das bezieht sich auf seine eigene [4], wie auf die seiner Umwelt, aber auch auf das Erfassen der Natur, das nur selten ein unmittelbares ist. Empfinden und Denken haben sich auseinander entwickelt, um ein dynamisches Paar im Dienste der Persönlichkeitsentwicklung zu bilden. Die Aufhebung dieser Dialektik, Einheit von Empfinden und Denken, ist Freiheit. Sie gelingt nur partiell und temporär.

Die Freiheit des Einzelnen an sich ist absurd, da sie Selbstgewißheit voraussetzt, deren Entwicklung über eine unendliche Reihe von Auseinandersetzungen des einzelnen Menschen mit seiner Umwelt erfolgt. Somit drängt die Freiheit zur Bildung der Fähigkeit, durch das Erkennen der Wirklichkeiten, die eigene Selbstbildung zu betreiben. Das und nicht die Erfüllung narzistischer Egotrips ist ihr Seinsgrund.

Die Geschichte setzt sich fort.

Heute befinden wir uns in einem Übergangsprozeß zu einer neuen Gesellschaft, was bedeutet, daß die alten staatstragenden Götter der Raffgier, durch wesentlichere Begriffe ersetzt werden.

Eigentum, als Basis der Freiheit und des Rechts, gab es zu allen Zeiten. Die Weise jedoch, in der es seinen gesetzlichen Niederschlag im Staatsrecht fand, änderte sich. Die alten Themen bleiben auf der Tagesordnung, Bauernbefreiung (heute Bedrohung durch Landgrabbing) und die Rechte der Arbeiter, Kleinaktionäre und Handwerksbetriebe (heute bedroht durch TTIP). In welcher Form sich die künftige Entwicklung vollzieht läßt sich erahnen.

In jedem Fall erleben wir sie in dem Angriff weltweit tätiger Spekulanten auf den Nationalstaat [B]. Marx schuf das Gattungswesen und aufgrund dieses absurden Begriffs konnte er eine gesellschaftspolitische, auf dem Widerspruch von Kapital und Arbeit beruhende, Theorie begründen. Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit war ein konstruierter und mithin das Gegenteil von dem was Marx für sich reklamierte, obschon es Fichte war, der die Philosophie aus dem Elfenbeinturm geholt hat, dessen Leerstand aber mittlerweile durch obskure Thinktanks, deren Ratschläge mithin selten jünger sind als 200 Jahre, beendet ist. Letztlich wurde nicht Marx sondern Hegel durch den Lauf der Geschichte bestätigt, nachdem der Sozialismus gleichsam die Kehrseite der Medaille des Kapitalismus ist. Der Klassenkampf von unten ändert nichts an dem Irrsinn des Klassenkampfes von oben, sondern wiederholt ihn.

Der Mensch ist in jeder Beziehung Mittler wie Vermittler, ein im Begriff stehender. Nur als solcher ist er sowohl sich selbst als einzelner wie auch das Begriffene über dessen Verwendung er sich erst im Allgemeinen objektiv erfährt. Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen, hätte meine Oma die Bibel zitiert.

Das impliziert die Freiheit der Handelnden. Im dritten Satz zur Antinomie sagt Kant: "Die Kausalität nach Gesetzen der Natur ist nicht die einzige, aus welcher die Erscheinungen der Welt abgeleitet werden können. Es ist noch eine Kausalität durch Freiheit zur Erklärung derselben anzunehmen notwendig [2]." Das gilt auch für die "Gesetze" der Wirtschaft.

Der Mensch ist daher vor allem ein gesellschaftliches Ereignis und seine Vorstellungen manifestieren sich in sozialen Strukturen, sozialen und kulturellen Einrichtungen, in Staat und Gesetz. Da wir uns im Dialog verändern, sich mithin auch das Gegenüber verändert, mit dem der Dialog geführt wird, entsteht ein Drittes von sozialem, gesellschaftlichem Charakter, dem der Prozeß zu seiner Bildung eingeschrieben ist.

Macht basiert auf dieser gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wissen um die Wirklichkeit entwickelt sich in dieser Wirklichkeit und zwar der ganzen Wirklichkeit.

Das Ganze ist das Wahre!

Die mittlerweile um sich greifende partielle Idiotie hat einen Grad erreicht, der sie nicht mehr davor zurückschrecken läßt, ein Bild, das Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform darstellt, aus der Hamburger Bundeswehr-Universität zu verbannen, da dieser Mann, der ungeachtet dessen, in jungen Jahren einem Verbrecherregime ausgeliefert gewesen zu sein, zu den aufrichtigsten Dienern der Bundesrepublick Deutschland zu zählen ist. Das Bild demaskiert. Ein Demokrat in Wehrmachtsuniform geht genauso wenig, wie ein Kriegstreiber im Abendkleid.

 

Die Blender.

In der Gegenwart erleben wir eine gewaltige Anstrengung einen Teil der Wirklichkeit auszublenden, die Kommunikation der Menschen zu überwachen und den Erfahrungshorizont der Menschen auf das Konsumieren zu beschränken. Damit wird versucht der Menschheit die Basis ihrer geistigen, d.h. der Gattung eigentlichen Entwicklung zu nehmen.

So genannte Eliten werden dafür verantwortlich gemacht und tatsächlich verfügen fünf Dutzend Menschen über die Hälfte der Ressourcen dieser Erde. Der Charakter dieser sogenannten Elite beruht im Erhalt ihrer privilegierten Position. Um sich zu erneuern schickt sie ihre Kinder in "Elite"-Kindergärten, auf "Elite"-Schulen und auf "Elite"-Universitäten, um sie mit einem unvollständigen, wirklicheitsfernen Weltbild zu versorgen, das sie immer weniger in die Lage versetzt, ihrem eigenen Machtanspruch gerecht zu werden [C].

Diese "Eliten" in den Fokus unserer Anstrengung zu stellen, misst der Dummheit einen Stellenwert zu, der ihr nicht zukommt. "Das unwesentliche Bewußtsein ist hierin für den Herrn der Gegenstand, welcher die Wahrheit der Gewißheit seiner selbst ausmacht. Aber es erhellt, daß dieser Gegenstand seinem Begriffe nicht entspricht, sondern daß darin, worin der Herr sich vollbracht hat, ihm vielmehr ganz etwas anderes geworden als ein selbständiges Bewußtsein [5]."

Der Herr (die sog. Elite) ist nur Herr im Auge des Knechtes, der er selber ist - nicht aber Herr der Wirklichkeit. Der Gefahr sich seines Irrsinns bewußt zu werden begegnet er, indem er seine Herrschaft in immer massiveren Gewalttaten der Unterdrückung zu manifestieren sucht und die Erde mit immer brutaleren Kriegen überzieht - um sich am Ende doch wieder als Knecht zu erleben.

Um die Dummheit gesellschaftsfähig zu machen (Populisten sind die anderen) , gibt es das Fernsehen, Zeitungen, das Kino, Starkbier und bald auch den Hanf.

Der Staat.

Farrages, Marine Le Pens und Trumps Erfolge beruhen darauf, daß sie das Gewicht, das der Staat im einzelnen Menschen hat und immer haben wird, zur Durchsetzung der Partikularinteressen ihrer Klienten mißbrauchen. Sie sind nicht nur Populisten, sondern deshalb erfolgreiche Populisten im Gegensatz zu den erfolglosen Populisten der angelsächsischen Anwaltskanzleien.

In Hegels "Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundbegriffe", geschrieben nach den Erfahrungen des Preußischen Frühlings, findet sich eine in sich logisch schlüssige Theorie der notwendigerweise freiheitlichen Entwicklung des Rechts vom freien Willen über die Bedeutung des Eigentums, der Moral und ihrer Ausprägung in der Sittlichkeit des Staates.

Sittlichkeit ist praktizierte Moral, der Staat als Verkörperung der in ihm lebenden Menschen in seiner Gesetzgebung abhängig von dem Grad gelebter Moral. Ein Mensch bedarf, um sich seiner Freiheit, der Basis des Rechts bewußt zu werden, des Eigentums.

Das Streben nach Freiheit ist kein willkürliches. Das sich in seine Allgemeinheit setzende Ich bedarf eines willentlichen Aktes, dem die Freiheit eingeschrieben ist, wie der Materie die Schwerkraft [6]. Der Wille erst vermag die Grenzen des Ichs erkennbar werden zu lassen, indem er Einzelnes schrittweise ausformt, wobei die Summe der Einzelheiten soweit das Ich vorstellt.

Es ist nicht die Frage ob sich der freie Wille als Motor eines Menschen über eine Tätigkeit in eine allgemeine objektive Form eine selbstbewußte Persönlichkeit schafft. Die Frage ist, wie er das tut, wenn ihm die Mittel hierzu verweigert werden, in der Hoffnung ein Mensch könne auf immer im abhängigen Zustand gleich dem eines Kindes gehalten werden. "Selbst der ohnmächtige und randständige Mensch, in dessen Leben sich Niederlage an Niederlage reiht, kommt in den Genuss der Machtausübung, wenn er andere verletzt und tötet [7]." Wo er das wohl her hat?

Wir haben das U.S.-amerikanische Modell in Wirtschaft und Bildung weitgehend übernommen und wundern uns über die damit einhergehenden Schattenseiten wie sie etwa anhand der Amokläufer (ob sie sich das Mäntelchen eines Gotteskriegers umhängen oder nicht) zum Ausdruck kommen? Nicht internationale, von privaten Schiedsgerichten kontrollierte, Verträge, auch nicht moderne Wirtschaftsmagnaten mit ihren in Thinktanks organisierten Sukophanten, garantieren das Recht des Menschen, sondern einzig und allein der Staat.

Die Freiheit kann aber nur von einem Staat garantiert werden, der sich auf die Expertise seiner Bürger stützt und seinen Bürgern ein Mittel zur kulturellen Entfaltung ist. Der Staat ist nicht der, mittlerweile ergrünte Oberlehrer seiner Bürger, sondern der notwendige Spiegel gegenseitigen Lehren und Lernens.

Das Ende der Geschichte.

Die moderne Völkerwanderung trägt das Leid der Erde in unseren Erfahrungsbereich. Die durch die Natur der Situation gegebenen Konflikte sind notwendig und - sofern konstruktiv durchlebt - bergen diese Konflikte die Möglichkeit, uns der Verantwortung für die Geschehnisse in unserer Welt bewußt zu werden, sind wir in Deutschland letztlich doch von den selben Zuständen bedroht, die die Menschen anderer Weltregionen zu uns treiben. Das grenzen- wie gewissenlose Handeln weniger Menschen, führt zur Plünderung ganzer Staaten und infolge dessen zur Zerstörung der Lebensgrundlage vieler Menschen, Tiere und Pflanzen.

Diese bedauernswerten Egomanen werden getragen von jenen Politikern, die Asylanten dazu auffordern, die deutsche Leitkultur anzuerkennen, sich selbst aber - fern ab einer jeden Kultur - an die New Yorker Leitbörse halten.

  • Die ganze Erde steht vor einer Klimakatastrophe. Menschen erhöhen den Anteil der für den Treibhauseffekt verantwortlichen Gase in der Athmosphäre und tragen damit merklich zur Verstärkung der Treibhauseffekte bei.
  • Die Meere der ganzen Erde werden vergiftet. Ursache Nr. 1 ist hier der Plastikmüll. Die Auswirkungen auf die Meeresbiologie sind manigfaltig. Lt. einer Dokumentation von ARTE [12] enthalten ca. 25% der Speisefische mehr oder weniger Plastikpartikel [D].
  • Die ganze Erde ist vom Krieg betroffen. Vordergründig werden Kriege angezettelt um Waffen zu verkaufen [8]!

Die Flüchtlinge führen uns das Leid, das sie erleben mußten, vor Augen, damit wir ein Moment zum Handeln erfahren, den vielen noch abstrakt erscheinenden Problemen entschieden entgegenzutreten. Wir können die Menschen, die das Problem nur verkörpern aussperren - was angesichts der Dimensionen - nur ansatzweise möglich ist.

Das Problem aber beruht - hier wie da - in der Erkenntnisresistenz im Hinblick auf die Bedeutung von Recht und Unrecht. Jedem Menschen eigen ist das Streben zur Entwicklung seiner Persönlichkeit. Das ist Recht und bleibt Recht, sofern dies Streben sich im Wohl der anderen niederschlägt, deren Bestätigung notwendig zur Erfahrung der eigenen Persönlichkeit als eine objektive ist, die ihre Vollendung in dieser allgemeinen Anerkennung findet [E]. Keine positive Rückmeldung, keine Persönlichkeitsentwicklung. Unrecht gründet in dem Irrsinn anzunehmen, daß eigennützigem Handeln ein persönlichkeitsförderndes Moment innewohne. Es braucht bezahlter Claquen diesen Irrsinn aufrechtzuerhalten.

Noch haben wir die Bildungseinrichtungen, Forschungsstätten - einmal von der Last befreit, der Raffgier weniger dienen zu müssen, zur Freiheit der Wissenschaften verpflichtet - Menschenbildung im Dienste des Lebens der ganzen Erde zu betreiben. Gemeinsam werden wir dafür sorgen müssen, daß der Zerstörung unseres Planeten - »Der Rhein gehört mir!« [10] - Einhalt geboten wird.
 

Schillers ξένιον 96
Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens;
Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen euch aus.

 

Wir stehen an der Schwelle eines "globalen Bewußtseins" - für Menschen, die die Kugelform ihres Bewußtseins bezweifeln:
Ein freier, universeller Geist beginnt sich herauszubilden. Das wäre dann das wirkliche Ende seiner Geschichte!

Das ist das Gegenteil des unter Globalisierung firmierenden Neofeudalismus, der uns mit seinen Kriegen von

  • unseren Modellen demokratischer Selbstbestimmung (Genossenschaften, Gewerkschaften, betrieblicher Mitbestimmung, freier, kostenloser Zugang aller zu Schule und Universität...);
  • unseren Traditionen der kommunalen Selbstorganisation (Gemeingüter, Wasser, Anger, Bruchholz, Stadtwerke...) und
  • unseren Dichtern und Denkern (Philipp Melanchthon, Gotthold Ephraim Lessing, Immanuel Kant, Friedrich Schiller, Johann Gottlieb Fichte, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx, Rudolf Steiner, Hannah Arendt,...) abschnitt.

Was liegt nun näher, als sich dieser unserer Geschichte wieder neu zu bemächtigen. Ein jeder tue das auf seiner Weise, ich auf der meinen. Wie kam es zu den Reformen in Preußen und aufgrund dessen zum Aufstieg Deutschlands zu einem Land mit Weltgeltung?

Fortsetzung.

Bezüge:

[A] Rüstungsausgaben 2016 in Mrd. Dollar:


 
Quelle: "Der Beginn einer neuen Aufrüstungs-Ära" auf handelsblatt.com, aufgerufen am 12.02.2017

[B] Auszüge aus einem Interview mit Werner Rügemer vom 23.12.2016 [11]:
 
Jens Wernicke: »Das Kapital greift - vermittelt über "die Finanzmärkte" - Nationalstaaten und also auch nationale Souveränität an?«
Werner Rügemer: »Das tut es, ja, aber Buffett meinte die ganze Breite des Klassenkampfes. Denn nicht nur Staaten werden erpresst oder besiegt, sondern auch schwächere Unternehmen, Beschäftigte, Arbeitslose, Rentner, Bürger .....«
Werner Rügemer: »Konkret kann man nach meiner Kenntnis vier Gruppen von neuen Finanzakteuren unterscheiden: Erstens... Kapitalorganisatoren, an deren Spitze... der größte Vermögensverwalter der Welt steht, BlackRock. Zweitens... die Private Equity-Investoren, volkstümlich "Heuschrecken" oder "Geierfonds" genannt; ... Drittens die neuen Unternehmen der großen Internet-Plattformen wie Google und Facebook. Und schließlich viertens die neuen Großkonzerne der sogenannten Share Economy - am bekanntesten ist hier... Uber.«
Werner Rügemer: »BlackRock drängt auf die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank - Blackrock ist bei beiden Miteigentümer. Gegenwärtig organisieren BlackRock Co. die Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto durch den Chemiekonzern Bayer. Das ist deshalb besonders einfach, weil BlackRock und State Street und Sun Life Hauptaktionäre nicht nur bei Bayer sind, sondern gleichzeitig auch bei Monsanto.«
Werner Rügemer: »Nach der Finanzkrise beauftragte Obama BlackRock mit der Sanierung bzw. Abwicklung der bankrotten Banken und Versicherungen in den USA. Damit wurde BlackRock-Chef Laurence Fink zum mächtigsten Mann der Wall Street.«

[C] Noam Chomsky in Warum die Mainstreammedien "Mainstream" sind [9]: »Jeder, der auf dem College war, weiß, wie sehr das Erziehungssystem auf die Belohnung von Konformität und Gehorsam ausgelegt ist: Wer sich nicht anpaßt, ist eben ein Quertreiber. Und aufgrund des Wirkens dieser Filtermechanismen bleiben schließlich Leute übrig, die in aller Aufrichtigkeit ein System von Überzeugungen und Meinungen übernehmen, das den Interessen der gesellschaftlich Mächtigen, mit denen sie zu tun haben, entspricht.
Sie brauchen nicht zu lügen, weil sie selbst daran glauben.«

[D] Der Bayerischen Rundfunk meldete am 17.01.2017:
»Um die Meere zu schützen, wollen 40 der größten Konzerne weltweit künftig weniger Plastik verwenden. Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums von Davos haben sich Unternehmen wie Procter and Gable, Unilever, Coca-Cola und Danone einer Initiative zum Schutz der Weltmeere angeschlossen. Werde nicht bald etwas getan, würden die Weltmeere im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische enthalten - warnen die Unterzeichner.«
 
ARTE 2016 [12]:

[E] Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Grundlinien der Philosophie des Rechts §129: »Das Gute ist die Idee, als Einheit des Begriffs des Willens und des besonderen Willens, - in welcher das abstrakte Recht, wie das Wohl und die Subjektivität des Wissens und die Zufälligkeit des äußerlichen Daseyns, als für sich selbständig aufgehoben, damit aber ihrem Wesen nach darin enthalten und erhalten sind, - die realisierte Freiheit, der absolute Endzweck der Welt.«

 

Anmerkungen:
[1] Vgl. allgemein Hegels Phänomenologie des Geistes; speziell z.B. Ästhetik S. 369ff
[2] zitiert nach Diemer, Alwin und Frenzel Ivo, Philosophie, Frankfurt 1979 S.239
[3] ebd. S.72
[4] Wer sorgt nicht dafür, daß er sich wohl fühlt, mittels Pharmazie und oder in der Befolgung irgendwelcher Vorschriften (Yoga, Sport,...), womit ich weder das eine noch das andere bewertet wissen will, sondern nur als nicht dem unmittelbaren Erleben und damit dem eigenen Empfinden entsprungenen Handeln, kennzeichnen will.
[5] Hegel, Georg Wilhelm Friedrich, Phänomenologie des Geistes im Kapitel Selbstbewußtsein - Selbständigkeit und Unselbständigkeit des Selbstbewußtseins.
[6] vgl. Hegel z.B. Philosophie des Rechts Einleitung §6 §33 §66 ...
[7] Eisenberg, Götz, Von Orlando bis München: Amok oder Terror? auf www.nachdenkseiten.de vom 25.07.2016
[8] »Der Papst verurteilte die Terroranschläge in Brüssel, die er als "Kriegsakt" bezeichnete. Schuld an dem Terror hätten vor allem die Waffenhändler, so das Kirchenoberhaupt.« Quelle: www.derstandard.at vom 24.03.2016
[9] Chomsky, Noam, Warum die Mainstreammedien "Mainstream" sind (1997), http://hauptwort.at 22.02.2010:
[10] Heine, Heinrich, Deutschland. Ein Wintermärchen. Leipzig, 1974
[11] Berger, Jens, Die neuen Mächtigen - Interview mit Werner Rügemer auf http://www.nachdenkseiten.de vom 23.12.2016
[12] Perazio, Vincent, Oceans Le Mystere Plastique, ARTE France & Via Découvertes 2016

 

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