Zur deutschen Geschichte
 
Unter der Schellenkappe geschrieben: Vorwort

Hydra.

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Die Burschenschaft.

1810 arbeiteten im Auftrag des geheimen "Deutschen Bundes" Friedrich Friesen und Friedrich Ludwig Jahn Pläne zur Gründung einer deutschen Burschenschaft aus. Ähnlich gesinnte Studentenverbindungen entstanden auf Anregung Ernst Moritz Arndt in Gießen, Heidelberg und Marburg. Der 1814 im Rhein-Main-Gebiet von Wilhelm Snell und Karl Hoffmann gegründete Geheimbund "Deutschen Gesellschaften" strebte, unterstützt vom preußischen Staatskanzler Hardenberg, eine Einigung Deutschlands mit freiheitlicher Verfassung unter preußischer Führung an.

Die Gießener Schwarzen.

Aus den "Deutschen Gesellschaften" ging die 1814 in Gießen gegründet Gießener Schwarzen hervor. Die Schwarzen nannte man sich aufgrund der schwarzen Kleidung der Studenten, die in Anlehnung an eine altdeutsche Tracht gewählt wurde. Der Einfluß des Turnvaters Jahn ist unverkennbar, unverkennbar auch im Hinblick auf die Ziele der Schwarzen: die religiös und sittlich Erneuerung der Studentenschaft, als Gemeinschaft von Gleichen, Deutsche und Christen (vgl. Turnverein). Von der so geeinten deutschen Studentenschaft versprach man sich die Kraft, die die Schaffung des geeinten deutschen Staates erforderte (vgl. Tugendbund).

August Adolph Ludwig Follen, studiert in Philologie, evangelischer Theologie und Jura wie auch sein Bruder Karl Follen, studiert in Jura, predigten Gewalt, und vermochten ein bis zwei paar Anhänger zu gewinnen. Der Name ihrer Unternehmung martialisch, wie die alter Ritterbünde. Man nannte sich Die Unbedingten [ 1][ 2]:

Brüder in Gold und Seid,
Brüder im Bauernkleid,
Reicht euch die Hand!
Allen ruft Deutschlands Not,
Allen das Herren Gebot.
Schlagt eure Plagen tot,
Rettet das Land!

Das Gros der Gießener Schwarzen machte die Kehrtwende hin zur Gewalt nicht mit.

Jena.

In Jena gingen am 12. Juni 1815 die Landsmannschaften in der so gegründeten Burschenschaft (Urburschenschaft) auf. Die Burschenschaft trat an mit dem Vorsatz: »Sichtbar muß auf den Universitäten das Volksgefühl in einer eigenen Bildung hervortreten, damit wir uns stets des gemeinsamen Vaterlandes erinnern... [ 3]«. Als Farben behielten sie gemäß des Turnvaters Rat die Farben der Lützowschen Jäger bei: Schwarz Rot Gold [ 4].

Ein begeisterter Anhänger Jahns, Robert Wesselhöft, ein Mitgründer der Burschenschaft in Jena, lud am 11. August 1817 gemeinsam mit Scheidler, Horn und Riemann (den führenden Mitgliedern der Jenaischen Burschenschaft) zum Fest auf die Wartburg [ 5]. Zur Feier des 300. Jahrestages der Reformation und der Leipziger Völkerschlacht ging ein Rundschreiben an die 13 protestantischen Universitäten.

Es kamen 468 Studenten. Jede Universität hatte zumindest einen Abgesandten geschickt. Zudem kam ein Vertreter der Studenten der Freiberger Bergakademie und der Forstakademie Tharandt.

Der Student Riemann legte wenige Monate später ein Dokument vor, in dem die Grundsätze und Beschlüsse des Wartburgfestes festgehalten sind [ 6].

»Ein Deutschland ist, und ein Deutschland soll sein und bleiben.« Gewarnt wurde vor einem Bruderkrieg zwischen Nord- und Süddeutschland.
»Der Wille des Fürsten ist nicht Gesetz des Volkes, sondern das Gesetz des Volkes soll Wille des Fürsten sein.«
»Die Leibeigenschaft ist das Ungerechteste und Verabscheuungswürdigste... Der Mensch ist nur frei, wenn er auch die Mittel hat, sich selbst nach eigenen Zwecken zu bestimmen.«

Man forderte Rede und Pressefreiheit und erachtete es als »dringende Pflicht die Wahrheit laut zu sagen.« Deutsche Sitten wollte man einführen, was wohl nicht zuletzt durch die Entfremdung der Menschen, von den sich - in ihrem lange Zeit französischen Gehabe - von ihnen abgrenzenden Fürsten und nicht zuletzt durch das französische Regime, verursacht worden war.

Der auf dem Wartburgfest stattfindende Gedankenaustausch führte zum Jenaer Burschentag vom 10.10.1818 auf dem die Allgemeine Deutsche Burschenschaft gegründet wurde. Auch ihre Farben waren Schwarz Rot Gold, zusätzlich noch versehen mit einem Eichenzweig. Ihr Wahlspruch: »Ehre, Freiheit, Vaterland [ 7]

Es hat von reaktionärer Seite, allen voran Metternich, seit dem Wartburgfest wiederholt Bemühungen gegeben, gegen die, von den Universitäten ausgehende, Bewegung für einen deutschen Nationalstaat vorzugehen. Was Preußen anbelangt, hatte König Friedrich Wilhelm III. es unterlassen, die versprochene Verfassung rechtzeitig zu erlassen. Der Unmut darüber wurde durch die Proteste des rheinischen Bürgertums aufgrund des desaströsen Steuer- und Zollsystem, das innerhalb Preußens den freien Warenverkehr blockierte, verstärkt [ 8]. Das rheinische Bürgertum hatte von der liberalen Gesetzgebung Napoleons besonders profitiert [ 9] Reformen sollten nun nicht mehr mit dem König durchgeführt werden, sondern gegen ihn [10].

Die Erarbeitung der Verfassung hatte der König zwar Hardenberg übertragen, ihre Einführung aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Zur Beseitigung der Binnenzölle (Zollgesetz vom 11. Juni 1816) und zur Vereinfachung des Steuerrechts (26. Mai 1818) verließ sich der König vor allem auf Humboldts Expertise [11]. Das Tätigkeitsfeld der offiziell 1817 aufgehobenen höheren und geheimen Polizei wurde stillschweigend von Fürst Wilhelm Ludwig von Sayn-Wittgenstein erweitert [12].

Innenminister Wittgenstein und sein Polizeipräsident Kamptz nutzten die mit dem Sieg über Napoleon an sich überflüssige gewordene geheime Polizei Daten zu sammeln, die im Dienste Metternichs gegen das politisch aufgeklärte Preußen eingesetzt werden sollten. Besonders intensiv wurde das Wartburgfest bespitzelt [13]. Friedrich Wilhelm III. ließ sich von den Räuberpistolen Wittgensteins martern. Die den König umgebende Hofkamarilla - namentlich der Hugenotte Ancillon, die Gräfin Voß und der Herzog Karl von Mecklenburg - tat ihr Bestes Friedrich Wilhelms Vertrauen in die Politik Hardenbergs und Humboldts zu erschüttern [14] [15].

Der Aachener Kongreß vom 29. 9. bis 21. 11. 1818.

Der Aachener Kongreß diente Metternich dazu die von Rußland und Preußen geteilten Vorstellungen über die Bedeutung einer Verfassung für die sich neu konstituierenden Staaten in Mißkredit zu bringen und den Einfluß beider Staaten auf die künftige Entwicklung Europas einzuschränken. Schon im Vorfeld verspritzte er u.a. mithilfe seines Schreiberlings Gentz und der eigens hierzu gegründeten Wiener Jahrbücher der Literatur sein Gift [16]. Möglich aber wurde der Kongress erst Dank Frankreich, das - sollten die Besatzungstruppen nicht bald das Land verlassen - den Frieden durch Stärkung radikaler Kräfte gefährdet sah.

Da der Abzug der Truppen erst nach Regelung der Reparationszahlungen erfolgen konnte, ließ Wellington seine guten Beziehungen spielen und präsentierte die Lösung: Frankreich nimmt zur Begleichung der Schulden Staatsanleihen auf, von denen, mit Ausnahme der mit dem Geschäft beauftragten Banken, niemand profitieren sollte. Metternich hatte aber seinen Haken, die vier Mächte nach Aachen zu nötigen [17] [18].

Treitschke: »Er bemerkte wohl, daß seine Worte einigen Eindruck machten, doch klagte er bei seinem Kaiser über Friedrich Wilhelms bedauerliche Schwäche, da der gesunde Menschenverstand des Königs nicht sogleich an alle die Wahngebilde der österreichischen Gespensterfurcht glauben wollte. Unterdessen suchte Metternich auch den Cabinetsrath Albrecht, einen treuen, fleißigen, hochconservativen Beamten, für seine Ansicht zu gewinnen und rief sodann den zuverlässigsten seiner preußischen Freunde, Wittgenstein, zu Hilfe. Am 14. Nov. sendete er dem Fürsten von Aachen aus zwei große Denkschriften über die Lage der preußischen Staaten; beide Aktenstücke waren bestimmt, zur guten stunde durch Wittgenstein dem Könige vorgelegt zu werden,...
Unter Allem was aus Metternichs Feder floß beweist die Denkschrift über die preußische Verfassung wohl am deutlichsten die klägliche Gedankenarmuth dieses Kopfes, der nur durch seine diplomatische Schlauheit, durch die Gunst des Glücks und durch die Aengstlichkeit der anderen Höfe dahin gelangen konnte, die Welt während eines Menschenalters über seine Nichtigkeit zu täuschen [19]

Metternich verließ sich jedoch nicht auf den Theaterdonner alleine. »...Friedrich Wilhelm III. [war] eingeschüchtert, und die einzige Persönlichkeit in seinem Cabinette, Fürst Hardenberg, welche nach Gestalt der Verhältnisse den Metternich´schen Bemühungen damals entgegenwirken konnte, durch seine verwickelten Finanzverhältnisse, durch seine anstößigen Privatgeschäfte genöthigt, sich an die österreichische Partei in Berlin zu lehnen, wenn er nicht gestürzt sein wollte[20]

Daß Metternich Frankreich auswählte, dessen politische Lage er in einer Weise stilisieren ließ, die den Untergang des Abendlandes heraufbeschwor, hatte vor allem aber den Grund Kaiser Alexander I. auszumanövrieren. Der russische Kaiser wurde nicht Müde seine politischen Vorstellungen von Frankreichs Zukunft mithilfe des Prinzen von Oranien, den er gerne auf dem französischen Thron gesehen hätte, umzusetzen. In Aachen wurde er jedoch von einer Heerschar Erfüllungsgehilfen der Metternich`schen Politik vor dem Prinzen von Oranien gewarnt, der mit seinen Verbindungen zu geheimen Gesellschaften die politische Ordnung in Frankreich, Spanien, Deutschland, Polen und Rußland zerstören wolle. Den ganzen Irrsinn zu glauben, gelang Alexander nicht, wohl aber war sein Vertrauen in den Fürsten von Oranien erschüttert. Hinzu kam, daß Metternich einen Vorfall in Alexanders Lieblingsregiment Semenoff in der üblichen Weise aufbauschte, die Drohkulisse um eine Facette zu bereichern die Alexander persönlich treffen mußte.

Das Ziel des Aachener Kongresses war es, den russischen Einfluß in Europa zurückzudrängen und das Bündnis zwischen Rußland und Preußen zu untergraben, was nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck kommt, daß Metternich, wie man hätte annehmen können, keinerlei Vorschläge unterbreiten konnte, wie der heraufbeschworene Untergang des Abendlandes abzuwenden sei [21].

Der Anschlag auf Kotzebue.

Nach seinem Studium fand der Der Unbedingte Karl Follen als Privatdozent eine Anstellung an der Universität in Jena. Ein gewisser Karl Ludwig Sand ließ sich von Follen überzeugen, daß der Zweck die Mittel heilige und so ging der gelehrige Student nach Mannheim und tötet den Dichter und Kaiserlich Russischen Staatsrate August von Kotzebue. Sand wurde hingerichtet, Karl Follen flüchtete in die USA, wurde Professor in Harvard, dort entlassen, weil er für die Abschaffung der Sklaverei eintrat und endete als unitarischer Pfarrer. Dem Bruder August Follen erging es besser; er flüchtete in die Schweiz und verdiente sich seinen Unterhalt als Professor [22].

Die Ermordung Kotzebues am 23. März 1819 nutzte Metternich, diesen Einzelfall zur Bestätigung seiner ausgestreuten Gerüchte von einer Verschwörungen und eines beabsichtigten, gewaltsamen Umstürzes anzuführen [23].
Metternich: »Hier wird wahres Uebel auch einiges Gute erzeugen, weil der arme Kotzebue nun einmal als ein argumentum ad hominem dasteht, welches selbst der liberale Herzog von Weimar nicht zu vertheidigen vermag. Meine Sorge geht dahin, der Sache die beste Folge zu geben, die mögliche Partie aus ihr zu ziehen, und in dieser Sorge werde ich nicht lau vorgehen[24]

Friedrich von Gentz, der von England bezahlte Premier Secretaire au Congres de Vienne [25], ließ den Präsidenten der obersten Polizei und Zensurstelle in Wien Graf Josef von Sedlnitzky die Statuten und Protokolle der Burschenschaft drucken und geheim überall in Deutschland verteilen, um den Anschein zu erwecken, als stünden die Jakobiner schon bereit, dem Adel die Köpfe abzuschlagen. Anzunehmen, daß die kleine Gruppe radikalisierter Studenten, über das Vermögen verfügte, eine Revolution zu veranstalten, war und ist absurd [26].

In seinem Brief an Gentz vom 17. Juni 1819 schreibt Metternich über die Studenten: »Der Bursche, für sich selbst genommen, ist ein Kind, und die Burschenschaft ein unpraktisches Puppenspiel«   und über die Professoren   »Dort, wo sie politisch sind, müssen sie durch die That unterstützt werden, und die That ist der Umsturz der bestehenden Institutionen... Dieses Geschäft wissen Gelehrte und Professoren nicht zu treiben«

Die auf dem Aachener Kongreß andiskutierten Maßnahmen sollten erst auf der vom 6. bis 31 Aug. 1819 in Karlsbad tagenden Konferenz ihre konkrete Ausgestaltung erfahren (Universitätsgesetz, Pressegesetz, Untersuchungsgesetz, Exekutionsordnung) und am 20. Sept. 1819 vom Bundestag gebilligt werden.

Rußland und England zögerten nicht ihre Bedenken anläßlich der Karlsbader Beschlüsse zu äußern. Auch aus Frankreich tönt Kritik an den Karlsbadener Beschlüssen und Gentz versucht sich an einer Widerlegung. Varnhagen kommentiert: »...sein Aufsatz ist hochfahrend und leer; sehr armselig und schlecht für die Lesewelt berechnet, die sich so leicht nicht mit hohlen Redensarten abfinden läßt [27]

Die bislang in Preußen brachliegende Paarung aus Dummheit mit Dreistigkeit wird obergärig: »Der Adel soll alles sein, zwischen Volk und König stehen, unabhängig von diesem und herrschend gegen jenes [28] Graf Goltz schrieb aus Paris von einem drohenden Umsturz, der französische König wurde von der Abgeordnetenkammer ausgepfiffen. In Preußen drängen die zu kurz gekommenen Offiziere zum Krieg [29].

Ancillon, Wiens Walzer in Berlin.

Die "unabhängige" preußische Partei Fürst Wilhelm Ludwig von Sayn-Wittgenstein samt Jean Pierre Frédéric Ancillon (Freund des Grafen Karl Johann Clam-Martinic, Chef der Militärsection im österreichischen Staatsrath) spalteten die preußische Regierung [30].

Hardenberg notierte »Ancillons Gutachten über die Karlsbader Sache. Sehr schlimm. Es ist die höchste Zeit. Entweder oder. Die Beamten, viele Offiziere, Lehranstalten angesteckt. Oberpräsident Merckel und Schön. Die Jugend wird verdorben...
...In der größten Gefahr stand ich allein mit dem königlichen Vertrauen. Nur weil ich allein konnte ich etwas leisten. Jetzt wieder. Der Kriegsminister ist fort. Ist viel, hilft aber nichts, wenn Beyme und Humboldt zusammenbleiben. B. und H. müssen dispensirt werden [31]

Auch Preußen stimmte den Karlsbadener Beschlüssen zu. Humboldt (zu dieser Zeit Minister für ständische Angelegenheiten) und Boyen (Kriegsminister), Großkanzler Beyme und General Grolmann traten dem mit dem Argument - der König von Preußen und mithin Preußen trete bei Zustimmung einen Teil seiner Souveränität ab - entgegen und wurden daraufhin entlassen. Hardenberg paßte sich, im Bestreben an der Macht zu überwintern, dem geänderten Klima an, um nach einer Stabilisierung der Lage seinen Verfassungsvorschlag verwirklichen zu können. Dazu kam es nicht. Hardenberg starb im Nov. 1822. Ein gutes halbes Jahr später am 5. Juni 1823 erließ der König das "Allgemeine Gesetz wegen Anordnung der Provinzialstände". Damit hatte in den Provinzialständen, die selbst über keine nennenswerten Rechte verfügten, der Adel das Sagen [32]?

Auch die klügeren deutschen Fürsten, wie etwa in Sachsen-Weimar, mußten sich, angesichts der Drohung, im Fall einer Weigerung, Bundestruppen auf sich zu ziehen, dem System Metternich beugen [33].

Das System Metternich bestand

Das Ende der Epoche.

Humboldt sah voraus, daß die Umsetzung der Karlsbader Beschlüsse unweigerlich zur Revolution führen müsse. Die Burschenschaften wurden zerschlagen, gründeten Tarngesellschaften und geheime Organisationen. Studenten, Professoren wurden verhaftet. Metternich etablierte sein Terrorregime in ganz Deutschland und sorgte unfreiwillig dafür, daß so die Idee: »Das ganze Deutschland soll es sein« erhalten blieb.

Am 26.3.1829 verstarb Humboldts Gattin. Kurz zuvor am 12. Febr. schrieb er an Goethe: »Das Zusammenleben mit meiner Frau war und ist die Grundlage meines Lebens, ich fühle mich daher in meinem Innersten angegriffen und zerstört [34]

Einer, der das nur zu gut nachempfinden konnte, war der König selbst. Wenige Wochen nachdem Humboldts Frau verstorben war, am 8. Mai 1829, wurde Humboldt zum Vorsitzenden einer Kommission für die Einrichtung des Staatlichen Museums ernannt. Am 15.9.1830 verlieh ihm König Friedrich Wilhelm III. den Schwarzen Adlerorden und berief ihn wieder in den Staatsrat [35].

Was die Folgen der Karlsbader Beschlüsse anbelangt, sollte Humboldt recht behalten. 1830 kam es in Preußen zu Unruhen. Die Helden und großen Geister von einst waren alt geworden, so sie denn überhaupt noch am Leben waren:

       image/svg+xml Königin Louise († 1810),
Scharnhorst († 1813),
Fichte († 1814),
Blücher († 1819),
Hardenberg († 1822),
Yorck († 1830),
Clausewitz († 1831),
Gneisenau († 1831),
Hegel († 1831),
Freiherr vom und zum Stein († 1831),
...

Eine neue Generation war gefragt, Preußen zu festigen, Staat und Menschen in Übereinstimmung zu bringen. Die so nah geglaubte deutsche Einheit ließ noch weitere 40 Jahre auf sich warten.

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Bezüge:

[A] Wilhelm von Humboldt: »Der Staat muss, in Absicht der Gränzen seiner Wirksamkeit, den wirklichen Zustand der Dinge der richtigen und wahren Theorie insoweit nähern, als ihm die Möglichkeit dies erlaubt, und ihn nicht Gründe wahrer Nothwendigkeit daran hindern. Die Möglichkeit aber beruht darauf, dass die Menschen empfänglich genug für die Freiheit, welche die Theorie allemal lehrt, dass diese die heilsamen Folgen äussern kann, welche sie an sich, ohne entgegenstehende Hindernisse, immer begleiten; die entgegenarbeitende Nothwendigkeit darauf, dass die, auf einmal gewähret Freiheit nicht Resultate zerstöre, ohne welche nicht nur jeder fernere Fortschritt, sondern die Existenz selbst in Gefahr geräth. Beides muss immer aus der sorgfältig angestellten Vergleichung der gegenwärtigen und der veränderten Lage und ihrer beiderseitigen Folgen beurtheilt werden [36]

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Quellen:
[ 1] Felschow/Häderle (Hg.), Im Visier der Staatsgewalt - Die Universität Gießen als Zentrum von Revolution und Repression 1813 bis 1848, Neustadt 2015
[ 2] Obermann, Karl, Deutschland von 1813 bis 1849, Berlin 1976, S. 49ff
[ 3] ebd. S. 48
[ 4] Treitschke, Heinrich von, Deutsche Geschichte im Neunzehnten Jahrhundert Zweiter Theil, Leipzig 1882, S. 422
[ 5] Kaupp, Peter, Aller Welt zum erfreulichen Beispiel, www.burschenschaft.de, aufgerufen am 11.06.2017
[ 6] Zitate entnommen Obermann, a.a.O., S. 50f
[ 7] Wreden, Ernst Wilhelm, Grundriß der burschenschaftlichen Geschichte im Handbuch der Deutschen Burschenschaften 1998
[ 8] ebd.
[ 9] Clark, Christopfer, Preußen - Aufstieg und Niedergang, München 2008, S. 467
[10] Obermann, Karl, a.a.O., S. 56
[11] Maskolat, Henny, Wilhelm von Humboldt 1767 - 1967, Halle 1967 S. 39 und S. 50f
[12] Siemann, Wolfram, »Deutschlands Ruhe, Sicherheit und Ordnung«, Tübingen 1985, S. 177ff
[13] ebd., S. 181
[14] Clark, Christopfer, a.a.O., S. 462
[15] Obermann, Karl, a.a.O., S. 25
[16] Treitschke, Heinrich von, a.a.O., S. 461
[17] Hertslet, Edward, The map of Europe by treaty, London 1875, S. 557
[18] Treitschke, Heinrich von, a.a.O., S. 450
[19] Treitschke, Heinrich von, a.a.O., S. 489
[20] llse, Leopold Friedrich, Geschichte der politischen Untersuchungen welche durch die neben der Bundesversammlung errichteten Commissionen, der Central-Untersuchungs-Commission zu Mainz und der Bundes-Central-Behorde zu Frankfurt in den Jahren 1819 bis 1827 und 1833 bis 1842 geführt sind, Frankfurt a.M. 1850, S. 3
[21] ebd. S. 1f
[22] Felschow/Häderle, a.a.O.
[23] Obermann, Karl, a.a.O., S. 53
[24] Zitat entnommen Bleyer, Alexandra, a.a.O., S. 87
[25] Günzel, Klaus, Der erste Sekretär Europas, Die Zeit vom 17.04.1992
[26] Obermann, Karl, a.a.O., S. 53
[27] Varnhagen von Ense, Karl August, Blätter aus der preussischen Geschichte Bnd. 1, Leipzig 1868, S. 7
[28] ebd. S. 5
[29] ebd. S. 19
[30] Clark, Christopfer, a.a.O., S. 456
[31] Treitschke, Heinrich von, a.a.O., S. 638
[32] Clark, Christopfer, a.a.O., S. 464f
[33] Obermann, Karl, a.a.O., S. 53
[34] Freese, Rudolf, Wilhelm von Humboldt - Sein Leben und Wirken, 1953, S. 907
[35] Maskolat, Henny, a.a.O., S. 40
[36] Humboldt, Wilhelm von, Wilhelm von Humboldt's gesammelte Werke Bnd. 7, Berlin 1852, S. 185

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